Mobile Fieldservice in der Energiewirtschaft

November 15, 2017 / Software Engineering December 12, 2018


Stromerzeuger müssen Ihre Stromnetze laufend überwachen und warten.

Mit digitaler Transformation konnte ein klassisch analoger Prozess in eine mobil gestützte Fieldservicelösung überführt werden.

Wir durften dabei von der Konzeptentwicklung über die agile Umsetzung die Middleware und die mobile App umsetzen und mit der Leitstelle integrieren.

Die Herausforderung

Die Wartung von Mittelspannungs-Stromnetzen ist eine heikle und gefährliche Arbeit. Wenn Fehler passieren kann das tödlich ausgehen.

Aus diesem Grund werden Wartungseinsätze im Leitsystem von PSI geplant und überwacht. Mit den so genannten Schaltaufträge gehen die Wartungstechniker dann vor Ort, um dort die Schaltungen durchzuführen.

Vor der eigentlichen Schaltung ist der bisherige analoge Prozess durch ein so genanntes Schaltgespräch abgesichert, in dem der Wartungstechniker die einzelnen Schritte mit der Schaltzentrale telefonisch in einem Zweiwege-Bestätigungsverfahren abstimmt und durchführt.

Dieser Prozess sollte nun für Standardvorgänge digitalisiert werden.

Der Nutzen

Die digitale Abbildung des Schaltprozesses liefert über den gesamten Prozess Vorteile. Schaltaufträge stehen den Schaltverantwortlichen und Wartungstechnikern jederzeit direkt am Smartphone zur Verfügung.

Übernimmt ein Techniker einen Schaltauftrag und beginnt mit der Abarbeitung, werden automatisch alle betroffenen Personen im Gebiet einer Netzschaltung informiert.

Über die App sieht der Wartungstechniker auch die Schaltzustände im Netz und ist so nicht mehr nur alleine von der Leitstelle abhängig.

Die App liest Schaltanweisungen vor, so dass bei der Arbeit nicht auf‘ s Smartphone geschaut werden muss. Kritische Arbeitsschritte müssen aber dennoch am Telefon bestätigt werden, um sicherzustellen, dass der Techniker „voll bei der Sache“ ist und dass die Schritte auch parallel in der Leitstelle zur Verfügung stehen.

Dass die Karten-Navigation zum Einsatzort, direktes Anrufen oder Chatten mit Kollegen auch in der App abgebildet ist sind nützliche Zusatzfeatures.

Die Technologie

Das Gateway zur PSI Leitstellensoftware wurde mit .NET Technologie entwickelt.

Um mobil sicher zu sein, wird „mobile Iron“ von IBM auf den mobilen Endgeräten eingesetzt. Mobile Entwicklung machen wir mit Visual Studio und XAMARIN, um plattformunabhängige Cross-Applications umzusetzen. Da wir auch sonst mit .NET, node.js oder AngularJS entwickeln, sind Visual Studio, XAMARIN und die Microsoft Team Foundation Services (TFS) für uns die ideale Entwicklungsplattform.

Die Herangehensweise

Für das von uns entwickelte Gateway haben wir eine entsprechende API mit einem sicheren 2-Wege-Authentisierungsverfahren entwickelt, um die Nutzung des Gateways auch durch autorisierte Dritte zu ermöglichen.

Auch wenn zu Beginn des Projekts iOS Endgeräte festgelegt wurden, hatten wir de, Kunden die Entwicklung der eigentlichen Schaltanwendung mit XAMARIN empfohlen, um die Anwendungen später auch einfach nativ für Android kompilieren zu können.

Wir richten alle unsere Projekte am SAFe (Scaled Agile Framework) aus, um einen gesicherten Prozessablauf für agile Entwicklung und kontinuierliche Integration zu haben. Die eigentliche Entwicklung und die Backlogsteuerung findet komplett in TFS statt.

Fazit

Das Projekt hat neben technischen Herausforderungen insbesondere eine enge Abstimmung mit allen beteiligten Fachbereichen, verbundenen Stromversorgern und den Projektmitgliedern von PSI erfordert, um die vielfältigen Handlungsstränge, Sicherheits-Mechanismen und Tests zu koordinieren.